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Mittwoch, 23. März 2011

Tannöd


Titel: Tannöd
Erscheinungsjahr: 2009
FSK: 12
Produktionsland: Deutschland


Kurzbeschreibung: Nachdem in einem kleinen Dorf, tief im bayrischen Wald, die sechs Bewohner eines kleinen Hofes in einer Nach erschlagen wurden, herrscht dort Misstrauen, denn der Täter ist noch nicht gefasst. Als eine ehemalige Dorfbewohnerin namens Kathrin, in ihre alte Heimat zurückkehrt, um ihre gerade verstorbene Mutter zu beerdigen, nimmt das Netz der Lügen sie gefangen und sie geht, gemeinsam mit Traudl, der älteren Schwester der damals ermordeten Magd des "Tannödhofes", auf Spurensuche, um den Mörder zu finden. Nach und nach erfährt Kathrin die ganze grausame Wahrheit und ist entsetzt ...

Beschreibung: Nur auf Anfrage!

Schauspielerische Darstellung:
Die Hauptdarsteller (Monica Bleibtreu als Traudl, Julia Jentsch als Katrin, Volker Bruch als Hansl Hauer) sind wirklich sehr gut ausgewählt, sowohl die gerade genannten, als auch die ganze Familie Danner (die ermordet wurden), denn tatsächlich wird von allen richtig bayrisch gesprochen, ausser von Julia Jentsch, aber die gehört ja auch nicht mehr zu den Dorfbewohnern. Das wirkt sehr authentisch, allerdings finde ich, dass sie Nebendarsteller, z.B. der Postbote Sterzer, nicht gut in die Geschichte passen, was schade ist, denn auch sie sind ja wichtig für den Verlauf der Geschichte. Trotzdem bin ich mit der gesamten Darstellung recht zufrieden.

Synchronisation: entfällt, da deutscher Spielfilm.

Musikuntermahlungen: Sehr, bzw. fast zu dezent und nicht sehr abwechslungsreich. Dafür wird die unheimliche und unheilvolle Stimmung gut durch die Musik unterstrichen, wobei ich der Meinung bin, dass die Atmosphäre schon zu oft zu unheimlich ist. Dafür bekommt die Musik noch einen Pluspunkt, da sie nie so laut ist, sodass man die Dialoge nicht mehr versteht.
Kameraführung: Nur wenige Szenen auf der Schiene gedreht, das meiste auf der Schulter, wodurch der ganze Film recht holprig wirkt, man dadurch aber trotzdem das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Verwirrend ist es, dass die Kamera oft auf "bedeutsame" Gegenstände schwenkt, die einen dann auf eine falsche Fährte locken, am Ende aber doch nichts aussagen.
Kulisse: Sehr passend: Dunkler, nebelverhangener und in trübes Licht getauchter Wald. Unpassend: Kleines Dorf, das für die 50er-Jahre, in denen der Film steht, viel zu modern wirkt. Das gilt natürlich nicht für den verfallenen Hof, aber man fragt sich schon: Wann genau soll das noch einmal spielen? Außerdem ist die eben genannte Wald-Kulisse ziemlich die einzige, insgesamt ist es also auch hier wieder wenig abwechslungsreich. Schade. Wo Bayern doch so zu bieten hat.
Kostüme: Die der Dorfbewohner sind sehr schlicht , was gut passt und einem ein authentisches Gefühl vermittelt. Trotzdem finde ich, dass Kathrin wieder zu modern angezogen ist. Ihre Kleider würden eher in die 60er-Jahre passen und das ist, meiner Meinung nach, schon ein Unterschied.

Wirkung auf den Zuschauer: Wenn man den Roman gelesen hat, verwirrt einen der Film und wenn man ihn nicht gelesen hat, auch. Bei ersterem überlegt man die ganze Zeit, wer wer ist und fragt sich, wo einige Handlungsstränge hin sind und was neu erfundene da sollen und bei letzterem versteht man wohl überhaupt nichts, denn die Handlungs wird nicht ganz deutlich, da in Rückblenden erzählt wird und Bettina Oberli als Regiesseurin zu oft zwischen den Zeitebenen springt. Spannung kommt prinzipiell nie vor und Szenen, die ernst wirken sollen, wirken in Wahrheit meistens unfreiwillig komisch. Merkwürdig, dabei geht es doch um einen Mord.


Sonstiges: Bettina Oberli hat sich so gut wie nie an die Handlung des Romans gehalten und viel zu viel weggekürzt, was wichtig gewesen wäre. Dafür baut sie eine unscheinbare neue Person, Kathrin, ein, bei der man nicht wirklich weiß, was sie dort soll. Eigentlich findet man Andrea Maria Schenkels Roman gar nicht mehr wieder, wenn man dessen Verfilmung anschaut.
Empfohlen für: Kinder ab va. 12 oder 13. Kann man allerdings schwer festlegen, denn es gibt einige brutale Szenen und vor allem wird der Inzest in der Familie Danner recht deutlich dargestellt. Die Szenen würde ich nicht jedem Kind zeigen. Wenn man als Elternteil aber weiß, dass sein Kind z.B. sehr vernünftig mit solcher Thematik umgehen kann, ist die FSK 12 in Ordnung, meine ich.

Lohnt sich für den DVD-Kauf? Nein, bloß nicht!! Am besten gar nicht angucken!!


Fazit:
Trotz der guten schauspielerischen Leistung absolut keine gelungene Verfilmung.

3 Kommentare:

  1. Eine herrliche Filmkritik! Ganz wunderbar-"Auf keinen Fall kaufen" :-)...Werden wir nicht machen.

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  2. hey, hey schon richtig professionell... ;)
    richtig gut...
    bin mit dem meisten deiner meinung..^^
    z.B. mit dem "am besten gar nicht angucken"
    (zu spät) =)
    1+* für die bewertung

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  3. hey, schön geschrieben!
    der film war wirklich nicht gut.
    auf keinen fall anschauen!!!
    ;)

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